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sensory neuronal network

Authentische Chronologie über die Entwicklung des interdisziplinären Konzepts und gestalterischen Entstehung der sensoriellen Raumkonstruktion (©2004-2015 by rainerdunkel)

1. Authentizität des interdisziplinären Konzepts und der Gestaltung der sensoriellen Raumkonstruktion:
©all rights of concept and construction 2004-2015 by rainerdunkel

Nach meinen synästhetischen Arbeitserfahrungen im gestalterischen Umgang zwischen Klang, Farbe, Linie und Raum und interdisziplinären Intentionen der Projekte bis 2000 fokussierte sich mein konzeptionelles Anliegen auf multisensuelle Dimensionen von konstruktivistischen Objekten für multisensuellen Erleben in Rauminstallationen. In diesem Kontext entwarf ich 2000 die sensorische Konstruktion "truba" der Installation: sensuelle kunst : erweiternder raum. Der Rezipient wird zum Mittelpunkt als organischer Impuls der skulpturalen Raumsituation.

Mein gestalterisches Anliegen war besonders von meinen synästhetischen Arbeitsblättern mit Visualisierungen von Kompositionen "Neuer Musik" beeinflusst, aus dem heraus mein Interesse entstand, erweiterte sensuelle Beziehungen zwischen Sehen und Hören und später, nach Begegnungen mit Blinden, zwischen Tasten und Sehen zu verstehen.

Das Buch "Neurobiologie des Sehens" von dem Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger David H.Hubel, das mir einen Einblick in die neurozelluläre Dimension visueller Verarbeitungsprozesse des Gehirns erlaubte, revolutionierte mein Wahrnehmungsverständnis und gestalterisches Anliegen, multiple Interaktionen differenzierter Beziehungen zwischen sensuellen Ebenen zu thematisieren.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf begründet, das neurozelluläre System über abstrakte Methoden für neuroanatomische Untersuchungen verstehen zu können, wurde für mich zur Inspiration für mein gestalterisches Konzept einer Raumkonstruktion als eine abstrakte Analogie neurobiologischer Systemaspekte, die ich in 2002 begann: sensorische Felder strukturieren rezeptive Kaskaden abstrakter Membranflächen einer räumlichen-Konstruktion. Adaptive Sensorik ist elektronischer Bestandteil des künstlerischen Entwurfs. Diskrete als auch homogene Gewebefelder mit den sensiblen Sensoren erschließen taktil einen audiovisuellen Projektionsraum. In Analogie zur biologischen Retina sind, orientierungsspezifische Liniensegmente und Bewegungen von Geraden und Winkeln, separierende Attraktoren der differenziert-induktiven Membranoberflächen. Organisch-abstrakte Homogenität der 2. Membrankonstruktion ist kompositorisch-antagonistischer Bestandteil der kubisch- konstruktivistischen Durchdringung.

Im Konsens einer interdisziplinären Installation zusammen mit der Schriftstellerin Liesl Ujvary und Neurowissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch wurde die sensorische Raumkonstruktion zum ersten Mal 2004 unter dem Titel:"sensuelle räume:membrane als vermittler" ,anlässlich der "Langen Nacht der Wissenschaften 2004", im AXON2 des Communication-Centers, MDC Berlin-Buch, realisiert. Sensorische Membranfelder wurden von mir als adaptive Impulsgeber für elektroakustischen Tonspuren der Schriftstellerin Liesl Ujvary konzipiert. Scheinwerfertechnische Lichtbewegungen codierten kommunikative Signalaxone am Objekt.

2008 bot mir Prof.Dr.Stefan Rotter auf meine interdisziplinäre Anfrage die Möglichkeit an, ein gemeinsames Projekt im Kontext neurozellulärer Interaktionen unter dem Aspekt der computational Neurowissenschaft zu realisieren. Mit seiner Unterstützung und die des Wissenschafts-Kommunikator Dr. Gunnar Grah des BernsteinCenterFreiburg, wurde mir die kooperative Zusammenarbeit mit dem Neuroinformatiker Dr.Benjamin Staude ermöglicht. Es entstand das Projekt: "sensory neuronal network" mit der inhaltlichen Intention, eine künstlerische Perspektive auf neurozelluläre Interaktionen im Kontext der Gehirnforschung zu thematisieren, und über Computer-Simulationen Aspekte zur neurobiologischen "Welt im Kopf" sensuell erfahrbar zu machen, - jedoch ohne den Anspruch auf wissenschaftlichen Beweis einer analythischen These!

Meine gestalterischen Intentionen, die ich im Konsens neurobiologischer Erkenntnisse von David H.Hubel, induktiv auf meine abstrakte Raumkonstruktion abgeleitet hatte, erschienen mir ideale Grundlage einer sensorischen Adaptionsoberfläche für interaktive Interpretationen in einem neurobiologischen System, als auch, die von mir realisierte kubistische Durchdringung, als optimal für eine bildnerische Analogie zu neurozellulären Netzwerkensembles und -korrelaten. In diesem Zusammenhang habe ich mit technischer Unterstützung von Georg Morawietz, elektronische Interfacetechnik verwendet, die die sensorischen Impulsen am Objekt digital interpretieren und von Dr. Benjamin Staude über programmierte Netzwerkports in den komplexen Dynamiken einer Neuronennetzwerksimulation interpretiert werden können. Mit der Interfacetechnik und von mir erweiterten Interpretationsprogrammen realisierten Benjamin Staude und Ich die audiovisuelle Repräsentation von neuronalen Netzwerkdynamiken in einem elektroakustischen 8-Kanalsystem und differenzierten, visuellen Beamerprojektionen. 2011 wurde "sensory neuronal network" zum 1.Mal anlässlich der Neurowissenschaftlichen Bernsteinkonferenz bc11 ian der Freiburger Universität realisiert. Die audiovisuellen Interaktionen sind seit 2011 computertechnisch weiterentwickelt worden. Die aktuelle Repräsentation von "sensory neuronal network" wurde 2014 im Projektraum der Galerie Meinblau in Berlin und 2015 in der Galerie Herold, Bremen, realisiert.

2.Web-Links der Projektrealisierungen:

Bc11- sensory neuronal network2011 in Freiburg
http://www.bccn-2011.uni-freiburg.de/

http://www.bcf.uni-freiburg.de/events/conferences-workshops/material/bc11

2014:
MEINBLAU-Projektraum:
http://www.meinblau.de/en/news.html

BrainLinks-BrainTools - english
https://www.brainlinks-braintools.uni-freiburg.de/events/20140926-snn

BrainLinks-BrainTools - deutsch
http://www.brainlinks-braintools.uni-freiburg.de/events-de/20140926-snn

sensuelle räume : membrane als vermittler